Inkontinenztherapie

Inkontinenz ist ein weit verbreitetes Problem unter dem ältere wie auch jüngere Menschen leiden können. Die Ursachen der Inkontinenz sind vielfältig, oftmals eine Kombination mehrerer Faktoren.

Elektrostimulation kann bei folgenden Formen der Inkontinenz eingesetzt werden.
  • Bei der Streßinkontinenz sind die zum Verschlußmechanismus gehörenden Muskelgruppen nicht mehr voll funktionsfähig. Bei Druckerhöhungen (z. B. durch Niesen, Husten, Lachen oder körperlicher Anstrengung) kommt es auch ohne Harndrang zu Urinverlusten. Ursache ist eine Schwächung der Beckenbodenmuskulatur, die z. B. durch Bindegewebsschwäche, Geburten oder Prostataoperationen hervorgerufen werden kann.
     
  • Bei der Dranginkontinenz ist der Verschlußmechanismus von Blase und Harnröhre meist voll funktionsfähig. Häufig kommt es zu Austreibbewegungen der Blase, die willentlich nicht unterdrückt werden können. Man spricht von einem überaktiven Blasenmuskel. Der Harndrang ist nicht mehr beherrschbar und der Druck der Blase wird so stark, daß der Widerstand des gesunden Schließmuskelsystems überwunden wird. Mögliche Ursachen sind Störungen im übergeordneten Nervensystem.
     
  • Bei einer Mischform aus Streß- und Dranginkontinenz liegt sowohl eine Schwäche des Schließmuskelsystems als auch ein überaktiver Blasenmuskel vor.
     
  • Bei der Stuhlinkontinenz liegt eine Störung der Funktion des Enddarmverschlußsystems (Sphinkter anus externus) vor. Eine kontrollierbare Abgabe von Darminhalt ist nicht mehr möglich. Die Ursachen, die zu einer Funktionsstörung des Verschlußapparates führen, sind vielfältig.

In der Behandlung der Inkontinenz hat sich die passive Elektrostimulation als Ergänzung zu aktivem Beckenbodentraining unter physiotherapeutischer Anleitung insbesondere für leichte bis mittelschwere Fälle sehr gut bewährt.
Vielversprechende Ergebnisse sind auch beim EMG-Biofeedback-Training und bei der kombiniert aktiv/passiven Behandlung mit einem Gerät für die EMG-getriggerte Stimulation zu erwarten.